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Maße, die im Modell stecken, nicht auf der Zeichnung

21. Juli 2026

Du bekommst eine STEP-Datei und dazu eine PDF-Zeichnung. Das Modell sagt, wie die Form ist; die Zeichnung sagt, wie groß die Bohrung ist und mit welcher Toleranz. Zwei Orte, zwei Dateien — und wird das Modell überarbeitet, vergisst man die Zeichnung gern.

Die Norm AP242 löst das, indem Maße, Toleranzen und Bezüge direkt in die STEP-Datei geschrieben werden. Das heißt PMI — Product & Manufacturing Information — und es ist maschinenlesbar. Kein Bild eines Maßes, sondern der Wert „Durchmesser 6,00 mit Toleranz +0,15 / −0,15", mit dem Software rechnen kann.

Eine STEP-Datei mit PMI-Annotationen und dem Modellinfo-Panel
Eine STEP-Datei mit PMI-Annotationen und dem Modellinfo-Panel

Zwei Formen derselben Sache

PMI steckt auf zwei Arten in der Datei, und Preview3D zeigt beide.

Semantische PMI ist der maschinenlesbare Inhalt. Im Infofeld findest du Maßangaben mit ihren Toleranzbändern, geometrische Toleranzen — Ebenheit, Position, Rechtwinkligkeit, Profil — jeweils mit der Größe der Toleranzzone und den Bezugsverweisen, sowie die Bezüge selbst.

Grafische PMI ist das, was du oben im Bild siehst: Maßlinien, Hinweislinien und Symbole, im Raum um das Modell herum gezeichnet, so wie der Konstrukteur sie platziert hat. Sie lassen sich abschalten, wenn sie die Sicht auf die Geometrie stören.

Der Unterschied ist wesentlich. Die grafische Ebene sieht gut aus, ist aber nur Strichgrafik. Aus der semantischen lässt sich eine konkrete Zahl lesen — und genau die geht oft verloren, weil viele Viewer sie nicht lesen können.

Wozu das praktisch gut ist

Am häufigsten zur Kontrolle, dass der Lieferant das geschickt hat, was du erwartet hast. STEP öffnen, Maßliste ansehen, Toleranzen sehen — ohne die zugehörige Zeichnung zu suchen und Revisionen zu vergleichen.

Umgekehrt genauso nützlich: bevor du etwas weitergibst, prüfst du, ob dein Export die PMI wirklich enthält. Nicht jedes CAD schreibt sie ins STEP, und nicht jede Exporteinstellung lässt sie drin. Bleibt das PMI-Feld beim Öffnen in Preview3D leer, weißt du es sofort — und nicht erst beim Lieferanten.

Was Preview3D nicht tut

Es prüft nicht, ob das Modell die Toleranzen einhält. Es ändert sie nicht, fügt keine hinzu und erzeugt keine Zeichnungen. Es ist ein Viewer — er liest, was in der Datei steht, und zeigt es.

Die Maße, die die App selbst berechnet (Volumen, Oberfläche, Hüllquader), entstehen aus der Tessellierung, also aus der Dreiecksnäherung der Flächen. Für eine schnelle Vorstellung reicht das; für die Fertigung gilt, was in der Datei als Maß hinterlegt ist — eben die PMI.


Das Lesen von PMI ist eine Funktion der Mac-Version. STEP-Dateien lädt StepKit, unser eigener Kernel in reinem Swift.

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