Stell das Modell auf den Tisch, bevor du es druckst
6. August 2026
Ein Modell auf dem Display hat keinen Maßstab. Du drehst es, zoomst, und weißt trotzdem nicht, ob das Raspberry-Pi-Gehäuse hinter den Monitor passt. Millimeter kann man sich schlecht vorstellen — und es durch einen Druck herauszufinden kostet einen halben Tag.
Auf dem iPad kannst du das Modell in den Raum stellen und drumherum gehen.

Wie es funktioniert
Öffne in Preview3D ein Modell, tippe auf Teilen und wähle AR. Die App wandelt das Modell in USDZ um und übergibt es der systemeigenen AR-Übersicht — derselben, die du von Apples Website kennst, wenn du ein Produkt im Raum ansiehst. Richte das iPad auf den Tisch, das Modell setzt sich auf die Fläche, und du gehst darum herum.
Das klappt mit allem, was die App öffnet. Nicht nur USDZ, sondern auch ein STEP vom Lieferanten, ein STL von Printables oder ein farbiges 3MF — umgewandelt wird erst, wenn du AR anforderst.
Zum Maßstab, ganz offen
Das Modell wird in AR etwa 20 cm groß platziert, nicht in seiner echten Größe.
Das hat einen Grund: 3D-Dateien sind sich bei den Einheiten nicht einig. Ein STEP kann in Millimetern sein, ein STL von anderswo in Zoll, und viele Dateien tragen gar keine Einheit. Würde die App den Zahlen in der Datei vertrauen, stünde mal ein Teil groß wie ein Haus im Zimmer und läge mal wie ein Mohnkorn auf dem Tisch.
Zwanzig Zentimeter sind eine Größe, in der du dir das Modell immer ansehen kannst. Für Form, Proportion und Details passt das. Die Frage „passt mir das hinter den Monitor" beantwortet es nicht — dafür schau ins Infofeld, wo die Maße des Hüllquaders in Millimetern stehen, bei STEP-Dateien samt Quelleinheit.
Wofür es taugt
Vor allem für Formen, die sich aus einem Bild schlecht beurteilen lassen. Eine Halterung, bei der du nicht weißt, ob sie unnötig wuchtig ist. Eine Figur, die du auf Augenhöhe sehen willst. Eine Baugruppe, die du jemandem im Meeting zeigen willst, ohne einen Laptop mit CAD mitzuschleppen.
Und fürs Zeigen: du reichst das iPad weiter, und der andere sieht das Modell auf dem Tisch vor sich, statt eine Ansicht auf dem Display zu entziffern.
AR gibt es auf dem iPad; die Mac-Version exportiert stattdessen USDZ, das sich auf einem iPhone genauso in der AR-Übersicht öffnet.
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